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20.10.2017

20 Jahre Bertinoro-Kaufungen

Kaufungen feierte 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Bertinoro/Italien

Mehrfach festlich begangen werden konnte in diesem Sommer eine langjährige Freundschaft - die europäische Partnerschaft zwischen den Gemeinden Kaufungens und Bertinoros. Sie ist durch vielfältige Begegnungen ihrer Bürgerinnen und Bürger gewachsen, gefestigt und mit Leben gefüllt. Eine große Delegation reiste im August aus Italien zu den Dorftagen an, um dieses Jubiläum offiziell gemeinsam zu würdigen. Zum Auftakt der Dorftage eröffnete Bürgermeister Arnim Roß die Ausstellung der Kaufunger Künstlerin Sabine Große „Die Schatten des Chronos – Spurensuche Bertinoro“ mit Werken, die zwischen 2011 und 2017 in Bertinoro entstanden sind. Im Rahmen dieser Ausstellungseröffnung ist zusätzlich ein Gemeinschaftskunstwerk zum Thema „Frieden“ entstanden. Von den Gästen der Jubiläumsfeier wurden verschiedene Symbole zu diesem wichtigen Thema mitgebracht, arrangiert und zu einem besonderen Fotogramm vereint, welches später in Italien als

Geschenk an die Partnerstadt Bertinoro übergeben werden konnte. Bürgermeister Roß wies darauf hin, dass Städtepartnerschaften und die europäische Integration wichtige Voraussetzungen dafür seien, dass die Menschen in Europa in Frieden leben können: „Insofern reiht sich dieser Abend in das ein, was wir den Kaufunger Friedenspfad nennen.“ Er erinnerte an das friedenspädagogische Projekt, das anlässlich des 100. Jahrestages des Ausbruchs des ersten Weltkrieges in 2014 in Kaufungen gestartet wurde. Viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Bildungseinrichtungen beteiligten sich bisher mit Aktionen und Beiträgen, die sich mit dem Thema „Frieden“ befassen. Noch mindestens bis 2018 läuft dieses Friedensprojekt, wenn sich das Ende des ersten Weltkrieges zum 100. Male jährt.

Dass sich seit nunmehr 20 Jahren Menschen aus Kaufungen und Bertinoro im Sinne der Völkerverständigung aktiv engagieren, gemeinsame Projekte durchführen und damit ein friedliches und demokratisches Europa fördern, das kam auch in den Ansprachen zum deutsch-italienischen Abend im Bürgerhaussaal zum Ausdruck.

Bürgermeister Arnim Roß wies auf den Beginn der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden hin, die über die Verbindung des Landkreises Kassel mit der Region Cesena-Forli zustande kam. Er dankte den anwesenden Verantwortlichen, dem früheren Landrat Dr. Udo Schlitzberger sowie den ehemaligen Bürgermeistern Gerhard Iske und Günther Burghardt. Stellvertretend für viele Menschen unserer Gemeinde, die sich in den vergangenen 20 Jahren für die Partnerschaft stark gemacht haben, begrüßte er den Vorsitzenden der Kaufunger Gemeindevertretung, Karl Hellmich, sowie die amtierende Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Gemeindebeigeordnete Bärbel Schmeltzer. Beide zeigten im Verlauf des Festabends eine unterhaltsame Foto-Rückschau auf lebendige 20 Jahre der Begegnung und dankten den Gastfamilien, die regelmäßig und auch in diesem Sommer den italienischen Freunden ganz konkret ihre Gastfreundschaft anboten. Gleichzeitig machten sie auf das gemeinsame Musikprojekt „Rock E 45“ von Uli Große und Alessandro Medri aufmerksam, das in regelmäßigen Zeitabständen Menschen beider Gemeinden mit ihren Aufführungen erfreut – so auch in diesem Jahr mit einem umjubelten Konzert bei den Dorftagen.

Assessore Giorghio Ghezzi, der in Vertretung für Bertinoros Bürgermeister Gabriele Fratto angereist war, bedankte sich bei beiden Partnerschaftskomitees für ihre wertvolle Arbeit und bekräftigte seinen Wunsch, dieses Projekt weiterzuführen: „20 Jahre sind eine sehr lange Zeit, vieles hat sich verändert seit 1997. Damals gab es DM und Lira - und es gab Grenzen“, blickte Ghezzi zurück und betonte, dass das Wesen einer Partnerschaft auch die Verpflichtung darstelle, langfristig eine Verbindung einzugehen. Aus Italien hatte er ein besonderes Gastgeschenk mitgebracht: eine Flasche Rotwein des Jahrgangs 1997.

Ein Grußwort überbrachte auch Staatssekretär für Europaangelegenheiten der Hessischen Staatskanzlei, Mark Weinmeister: „Ich war zweimal in Bertinoro und freue mich, heute hier eingeladen zu sein.“ Das Gestalten Europas könne nur dort gelingen, wo die Menschen seien und, wenn man wisse, wie der andere denkt und wie der andere fühlt.

Mit italienischen Köstlichkeiten und mehreren Weinsorten sowie mit italienischen Schlagern von Enzo de Franco gab es an diesem Abend vielseitige Möglichkeiten, gemeinsam 20 Jahre Revue passieren zu lassen. Und nicht nur einmal stimmten Kaufunger wie Italiener in das allseits beliebte Lied „Romagna mia“ ein.

Diese Hymne der Region Emilia Romagna war wenige Wochen später in Bertinoro beim Fest der Gastlichkeit auch noch etliche Male zu hören. Wie in jed

em Jahr reisten Kaufunger in die Partner

stadt, um an der traditionellen Feier am ersten Septemberwochenende teilzunehmen. Die offiziellen Vertreter der Gemeinde Kaufungen und des

 Partnerschaftsausschusses wurden diesmal begleitet vom Musikzug Kaufungen, der sich mit Schwung und guter Laune in das Geschehen rund um den historischen Ortskern Bertinoros einbrachte. Zusätzlich managten die Musikerinnen und Musiker sowie ihre Begleiter auch den diesjährigen Bratwurst- und Bierstand, der mittlerweile schon zu einer Institution beim Fest der Gastlichkeit geworden ist.