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Klimaschutzkonzept fertig gestellt

Klimaschutzkonzept fertig gestellt: „Bei konsequenter Umsetzung könnte Kaufungen bis 2030 klimaneutral werden“

Das Ziel ist klar definiert: Bis 2030 soll die Gemeinde Kaufungen CO2-neutral werden, das heißt sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgen. Das geht aus einem Beschluss der Gemeindevertretung hervor. Nun wurde das von Diplom-Ingenieur Peter Dangelmeyer erarbeitete Klimaschutzkonzept der Gemeindevertretung vorgelegt. Über die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen zur CO2-Reduzierung wollen die Gemeindevertreter in der ersten Jahreshälfte 2014 entscheiden.

„Würde das Klimaschutzkonzept ab sofort konsequent umgesetzt werden, könnte Kaufungen bis 2030 klimaneutral werden“, so lautet die Prognose von Diplom-Ingenieur Dangelmeyer. Hierzu bedürfe es aber einer „maximalen Anstrengung“. Neben einer Veränderung im kommunalen Bereich müssten auch Wirtschaft und Privathaushalte ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Die Gemeinde kann durch investive Maßnahmen im Bereich der eigenen Liegenschaften und des Fuhrparks ein Zeichen setzen und damit ein positives Leitbild schaffen“, meint der Klimaschutzbeauftragte. Bislang wurden im Gemeindegebiet bereits 330 Straßenlaternen auf LED-Technologie umgerüstet. Circa 200 sollen in 2014 folgen. Dangelmeyer: „Der Klimaschutz ist nicht nur eine ideelle Aufgabe, sondern bringt der Gemeinde auch den Vorteil der regionalen Wertschöpfung.“

In dem 176 Seiten starken Werk werden neben verschiedenen Handlungspotenzialen und Handlungsnotwendigkeiten auch Vorschläge zur Umsetzung von Maßnahmen aufgezeigt. Öffentlichkeitsarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle: „Das Thema Klimaschutz müsste im Bereich der Bildung noch stärker hervorgehoben werden“, so Dangelmeyer. Hier könnten Projekte in Schulen und Kindertagesstätten zur Bewusstseinsbildung und zum aktiven Handeln beitragen. Wichtig sei auch die Vernetzung von Wirtschaftsakteuren, die ein Eigeninteresse an der Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen in punkto energetischer Gebäudesanierung und Haustechnik haben. Ein weiteres Entwicklungspotenzial liegt in der Windenergie. Würden die geplanten Windkraftanlagen im Kaufunger Territorium aufgestellt werden, könnte ein großer Teil des derzeitigen Stromverbrauchs auf regenerative Weise erzeugt werden.

Maßgeblich an der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes beteiligt waren viele engagierte Bürgerinnen und Bürger. In Arbeitsgruppen haben sie Handlungsempfehlungen für die Bereiche Verkehr, Haushalt, Landwirtschaft, Ernährung und energetische Sanierung formuliert. „Das Klimaschutzkonzept ist ein wichtiger Baustein des Gesamtentwicklungsplanes der Gemeinde Kaufungen“, sagt Verwaltungschef Arnim Roß. Ein wesentlicher Aspekt bei der Energiewende sei die Mitwirkung der Bürgerschaft, denn die Maßnahmen müssen von der breiten Mehrheit getragen werden. „Wir streben im gesamten Prozess die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an“, so Roß. Ohne Bürgerbeteiligung gehe es nicht.   
  
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