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Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes und Einstellung eines Klimaschutzmanagers

Mit Beschluss vom 3. Februar 2011 hat die Gemeindevertretung das Ziel vorgegeben, sämtliche Bemühungen zur Energiewende und zum Klimaschutz zu unterstützen sowie bis 2030 eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien zu erreichen. Nun hat die Gemeindevertretung in der Sitzung vom 27. September 2018 die Fortschreibung des Kaufunger Klimaschutzkonzeptes beschlossen und grünes Licht für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers gegeben. „Das ist ein guter und wichtiger Schritt für den Klimaschutz in Kaufungen“, betonte Bürgermeister Arnim Roß.

Bereits im Jahr 2013 hat der Klimaschutzberater Dipl.-Ing. Peter Dangelmeyer ein Klimaschutzkonzept ausgearbeitet, das konkrete Maßnahmen sowie den zeitlichen und finanziellen Aufwand benennt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren an der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes beteiligt. Im Rahmen von Klimaschutzwerkstätten hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Arbeitsgruppen Handlungsempfehlungen für die Bereiche Verkehr, Haushalt, Landwirtschaft, Ernährung und energetische Sanierung formuliert. Das Ergebnis: In dem 176 Seiten starken Werk werden neben einer Bestandsanalyse verschiedene Handlungspotenziale und Handlungsnotwendigkeiten sowie Vorschläge zur Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Gemeindeentwicklung (z.B. Einstellung eines Klimaschutzmanagers/ Bebauung Alter Festplatz), Privathaushalte (z.B. Beratung und Förderung für energetische Gebäudesanierung), Wirtschaft (z.B. Themenspezifische Kampagnen/ betriebliche Energieberatung), Kommunale Liegenschaften und Anlagen (z.B. Energetische Sanierung kommunaler Gebäude/ Straßenbeleuchtung mit LED-Lampen), Verkehr und Mobilität (z.B. Förderung von Rad- und Fußverkehr), erneuerbaren Energien (z.B. Errichtung von Windkraftanlagen), Kommunikation (z.B. Klimaschutz an Schulen und Kitas) und Ernährung (z.B. Projekttage in Kitas/ Feste und Veranstaltungen zum Thema) aufgezeigt.

Die Gemeindevertretung hatte das Klimaschutzkonzept am 14.11.2013 zur Kenntnis genommen, aber aus finanziellen Gründen nicht beschlossen.

Da die Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers inzwischen aufgrund der besseren Haushaltssituation (ausgeglichener Haushalt) möglich ist, fanden im April und August 2018 je ein Klimaschutz-Workshop mit Bürgerbeteiligung statt, wo sich die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers aussprach. Die Stelle eines Klimaschutzmanagers kann für die Dauer von maximal drei Jahren durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert werden.

Wichtige Maßnahmen und Ziele sind in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt worden:

- Es ist ein Windenergiepark im Stiftswald mit Bürgerbeteiligung (Energiegenossenschaft Kaufungen) entstanden.
- Das Kaufunger Stromnetz wurde rekommunalisiert und in Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken AG das Gemeindewerk    Kaufungen gegründet.
- Der Bau von Solar- und Photovoltaikanlagen sowie die energetische Gebäudesanierung von Fachwerkhäusern werden mit zinslosen Darlehen aus dem Sondervermögen gefördert.
- Seit 2015 werden kommunale Gebäude energetisch saniert (Beispiel: Rathaus, Bürgerhaus Kaufungerwald, Kita Pusteblume; Erneuerung der Fensterfassade Haferbachhalle, Einbau von einer Heizungs- Hocheffizienzpumpe in den Kitas Schöne Aussicht und Zwergenburg, auf dem Bauhof sowie im Bürgerhaus).
- Von den insgesamt 1761 Straßenlaternen wurden 936 auf LED umgerüstet
- Die Beleuchtung kommunaler Gebäude wird nach und nach auf LED umgestellt.
- Im März 2018 wurde der Fuhrpark des gemeindlichen Bauhofes mit einem Elektroauto aufgerüstet.
- Es wurden immer wieder Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz initiiert und unterstützt (Bsp.: Saatgut-Tauschbörse, Jungpflanzenmarkt…).

Nach dem Beschluss über die Umsetzung und Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes können nun die Fördermittel des Bundesumweltministeriums für die Stelle eines Klimaschutzmanagers beantragt werden. Vorbehaltlich einer Förderzusage wird die Stelle in 2019 besetzt werden. Mögliche Handlungsfelder eines Klimaschutzmanagers wären die Bereiche Privathaushalte, Gemeindeentwicklung, Ernährung, Mobilität und Verkehr. Hier ginge es insbesondere darum, Firmen und Privathaushalte umfangreich zu beraten, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, Projekte zum Klimaschutz zu initiieren sowie einzelne Maßnahmen zu koordinieren und umzusetzen. Die Stelle wäre zunächst auf drei Jahre befristet.