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Audioguide 27.02.2017 


Geschichte anschaulich erklärt – Oberkaufunger Schulklasse präsentiert Audioguide

AudioguideRund sechzig Interessierte, Eltern, Großeltern, Schüler, Lehrer und Lehrerinnen, die Ortsführer und Bürgermeister Arnim Roß trafen sich im Stiftshof und wohnten bei einem Rundgang ums Stiftsgelände einem außergewöhnlich lebendigen Geschichtsunterricht bei. Im Januar wurde von der Klasse 4b der Ernst-Abbe-Schule in etwas mehr als einer Woche ein Audioguide für Oberkaufungen erstellt. Zu Themen rund um die Stiftskirche wurden Beiträge erstellt, die Schülerinnen und Schüler übernahmen Sprecherrollen, schrieben die Texte, schnitten sie anschließend zusammen und unterlegten die Passagen mit Musik. „Zirka fünf bis sechs Stunden pro Schultag wurden aufgewendet und es hat uns allen ganz viel Spaß gemacht“, freute sich Klassenlehrerin Heike Ackermann. Das bestätigte auch Willi Schaumberg, der die Kinder von Beginn an als kundiger Ortsführer begleitete, bei einer Führung erst einmal die Grundlagen legte und die fertig gestellten Beiträge korrigierte. „Woher wissen Sie das denn alles?“, wurde er oft gefragt und er war beeindruckt von dem ehrlichen Interesse der Kinder. Organisiert und durchgeführt wurde das Projekt von Dipl. Ing. Susanne Hohlbein, Medienpädagogin vom Freien Radio Kassel in Zusammenarbeit mit der Firma Medienblitz e.V., die die mobile Technik zur Verfügung stellte. Ein weiterer Partner war die LPR Hessen, Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die zuständig ist für Medienprojekte und sich aus den GEZ-Gebühren finanziert. Eine weitere finanzielle Unterstützung gab es durch die Auszeichnung mit dem jährlich verliehenen Ehrenamtspreis der Raiffeisenbank Baunatal.

AudioguideBeim Rundgang konnte sich das Ergebnis hören lassen – in einzelnen Audio-Abschnitten, die per Lautsprecher übertragen wurden. Und alle Beteiligten lauschten gespannt. Ein stetiges Klopfen war da zum Beispiel zu hören, im Hintergrund läuteten die Kirchenglocken … „Was machst du?“ … fragte eine Kinderstimme… „Ich schlage jetzt die 95 Thesen an die Kirchentür!“ … antwortete eine andere Schülerstimme … Flötentöne erklangen. Kann man Luther anschaulicher erklären? Zumal im weiteren Verlauf auch die Auswirkungen auf das Kaufunger Kloster und den Ort genau beschrieben wurden. Auf die Frage „Was macht man denn als Nonne den ganzen Tag?“ gab es ebenfalls eine qualifizierte Antwort und man erhielt einen guten Einblick in das Kaufunger Leben der damaligen Zeit. Auch bei den anderen Beiträgen schlüpften die Schüler immer wieder in neue Rollen und ließen Bürger, Ritter und Apotheker zu Worte kommen. Und so konnte man mit Spaß viel erfahren über die Zehntscheune, über die Abgaben der Bauern, die Renterei, die Freiheiter Bürger und über das FrucAudioguidehtschreiberhaus in der Tränkegasse. Sogar die Geschichte der Alaunverarbeitung in Kaufungen war ein Thema – „klingt ja wie eine Hexenküche“, kommentierte der Schülermund.

Viel Applaus gab es für die großen und kleinen Macher des Projektes und je eine getöpferte Kaufunger Tasse für die Organisatorin Susanne Hohlbein und für Willi Schaumberg. Bürgermeister Arnim Roß versprach, die künftig entwickelte App in die bereits vorhandene Kaufungen-App zu integrieren, damit man sich die Beiträge vor Ort auf dem Smartphone anhören kann: „Dieses gelungene Projekt von Schule, die Ortsgeschichte mit dem schulischen Lernern zu verbinden, ist eine gute Idee – gerade weil Kaufungen ein so geschichtsträchtiger Ort ist und dieses Wissen den Kindern so weitervermittelt wird.“