Ein Wochenende in Wojcieszów - Kaufunger Delegation besuchte die polnische Partnergemeinde
Am zweiten Augustwochenende machte sich eine kleine Kaufunger Delegation auf den Weg in die polnische Partnergemeinde Wojcieszów. Bürgermeister Arnim Roß, die Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Bärbel Schmeltzer und Iris Sager sowie Bożena Meske, Vorsitzende der Europa-Union und Übersetzerin, waren eingeladen, das dortige Heimatfest mitzufeiern und neue Ideen für eine Zusammenarbeit zu sammeln.
Nach der Ankunft in der Partnergemeinde wurden die Reisenden herzlich im Kulturzentrum von Bürgermeister Sławomir Maciejczyk und Mitgliedern des Gemeinderats empfangen. Die Atmosphäre war bereits festlich und man freute sich auf die bevorstehenden Aktivitäten. Am Abend stand auch gleich ein besonderer Auftritt auf dem Programm: Die Gruppe Slowianska Krew aus Krakau begeisterte alle mit einer mitreißenden Show. Mit Gesang und Geige interpretierten drei talentierte Künstlerinnen beliebte polnische Hits in einem modernen, folkloristischen Stil, der die Zuschauer im Saal schnell inspirierte und mitriss.
Wojcieszów, eingebettet im malerischen Bober-Katzbach-Gebirge, hat nicht nur eine beeindruckende Naturlandschaft zu bieten, sondern ist auch bekannt für den roten „Kauffunger Marmor“, der bereits im Schloss Sanssouci beim Bau verwendet wurde. Am nächsten Tag war daher der Besuch eines kleinen Ausstellungsgeländes des Amateurfunkclubs angesagt. Dieser Club hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des heimischen Marmorabbaus und der dort vorkommenden Gesteinsarten anschaulich zu dokumentieren. Historische Fotos, Karten und ein spannender Kurzfilm boten interessante Einblicke und zeigten faszinierende Parallelen in der Entwicklung beider Gemeinden auf.
Auch der nächste Programmpunkt führte die Gruppe in die Geheimnisse der Erdgeschichte - in den UNESCO Global Geopark „Land der erloschenen Vulkane“., zu dem auch Wojcieszów gehört. Ein kompetenter Geologe vermittelte den Teilnehmern bei einem Rundgang durch das moderne Informationszentrum die beeindruckende Vielfalt der Region und die landschaftliche Schönheit Niederschlesiens.
Beim gemeinsamen Mittagessen hatten die Vertreter beider Gemeinden anschließend die Gelegenheit, über die Möglichkeiten einer künftigen Kooperation zu sprechen. Die Idee, eine Fotoausstellung über das „Land der erloschenen Vulkane“ zu entwickeln und in beiden Gemeinden zu realisieren, stieß dabei auf viel Begeisterung.
Am Nachmittag zeigte Bürgermeister Sławomir Maciejczyk seinem deutschen Amtskollegen die Feuerwehr, das heimische Stadion, die kommunale Kindertagesstätte und das Rathaus. Auch ein Besuch der katholischen Marienkirche war Teil des gemeinsamen Besuchsprogramms.
Der Samstagabend gipfelte in ein großes Heimatfestspektakel auf dem Festgelände am Waldschwimmbad. Zahlreiche Essens- und Verkaufsstände verwandelten den Platz in ein buntes Treiben für alle Altersgruppen. Nachdem Kasia Lipert mit ihrer Violine und bekannten Popsongs die Stimmung angeheizt hatte, rockte der polnische Star Skolim die Bühne - ein echter Star und der „König des Latino“. Seine mitreißende Musik begeisterte vor allem die zahlreichen jungen Besucherinnen und Besucher, die textsicher und fasziniert seine Show begleiteten.
Am Besuchswochenende nutzte die Kaufunger Reisegruppe auch die Gelegenheit, die nahegelegene Stadt Jelenia Góra am Fuße des Riesengebirges (früher Hirschberg) zu erkunden. Die gut erhaltene Altstadt mit dem Marktplatz und den farbenfrohen Bürgerhäusern sowie den charmanten Straßen ist - genauso wie unsere Partnerstadt Wojcieszów - ein interessantes Reiseziel für Kulturinteressierte, Naturliebhaber und Wanderer.
Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen zur weiteren Zusammenarbeit trat die Delegation schließlich den Heimweg an. Es war ein Wochenende der kulturellen Entdeckungen und ein neues persönliches Kennenlernen, das die Verbindung der beiden Gemeinden gestärkt und Freude auf zukünftige gemeinsame Projekte geweckt hat.