Maria Vollmer überzeugt die Kaufunger mit persönlicher Note
Halbvolles Haus, volle Leistung: Maria Vollmer läuft zur Höchstform auf. Sie gibt alles und beweist ihr Können auch im kleinen Rahmen. Vor rund 70 Zuschauern lieferte die Kölnerin Kabarettistin Maria Vollmer eine Vorstellung, die zweierlei war: ein Triumph ihrer Bühnenpräsenz und ein Beweis für die Stärke ihres aktuellen Programms „Plätzchen, Pillen und Posaunen“.
Das Programm, eine Mischung aus Kabarett, Musik-Comedy und körperlicher Komik, fand im Bürgerhaus sofort Anklang. Besonders ihre humorvollen Betrachtungen über das Älterwerden und die mitreißenden Gesangsnummern – inspiriert von Abba (Gimme, Gimme) und den Backstreet Boys – ernteten spontanen Applaus. Mit einem Eimer und Töpfen um die Hüfte trommelte sie im Takt ihres Gesangs und bewies mit der Blockflöte was sie kann. Vollmer zeigte, dass sie keine große Masse braucht, um zu glänzen. Ihre Energie und Authentizität erreichten jeden Einzelnen im Raum. Die Pointen saßen, die Mimik war perfekt, und die Künstlerin schien beflügelt von der spürbaren Wertschätzung des Publikums.
Die blonde „Best-Ager-Kabarett-Queen“ (so die Ruhr-Zeitung) führte rasant durch das Spannungsfeld zwischen Glühwein-Euphorie und Lichterketten-Frust, zwischen übertriebenen Geschenken und dem peinlichen „Wir schenken uns nichts“-Pakt. Die ehemalige Tänzerin, die zehn Jahre lang professionell auf der Bühne wirbelte, bevor sie ins Kabarett wechselte, begann ihre Karriere im Duo „First Ladies“. Seit 2010 begeistert sie solo – mit selbstironischen Geschichten aus dem Leben einer Frau, die sich weigert, brav in den Ruhestand zu gleiten. „Lasst uns Weihnachten zurückholen aus der Gefühlssimulation. Ein Hoch auf das unperfekte Fest. Auf den Engel der Verbiegung, auf die schiefe Kerze. Und auf alles Schräge, das Weihnachten erst lebendig macht.“
Das kleine Publikum erwies sich als Geschenk für die Künstlerin. Vollmer nutzte die Nähe meisterhaft, suchte von der ersten Minute an Augenkontakt und Interaktion. Die Atmosphäre wirkte weniger wie eine formelle Veranstaltung, sondern wie ein lebhafter Kaffeeklatsch mit der besten Freundin. Die Pointen saßen, die Mimik war perfekt, und die gegenseitige Wertschätzung trug die Vorstellung.
Zwischendurch outete sie sich als Pfarrerstochter und setzte ihr einziges politisches Statement des Abends: „Übrigens, die bekanntesten Pfarrerstöchter in Deutschland sind Angela Merkel und Gudrun Ensslin. So gesehen ist es bei mir doch gut gelaufen.“ Trotz des gelungenen Auftritts verdient das Programm eine kritische Betrachtung. Vollmer bewegt sich inhaltlich vor allem im Kosmos der „Silver- und Best-Ager“. Dieses Terrain beherrscht sie zwar meisterhaft, doch es birgt die Gefahr, in Klischees zu verharren. Manchmal fehlte die intellektuelle oder politische Schärfe, die Kabarett oft erst richtig würzt. Sie gibt alles, zeigt Höchstform und beweist ihr Können auch im kleinen Rahmen. Vollmer zeigte, dass sie keine große Masse braucht, um zu glänzen. Ihre Energie und Authentizität erreichten jeden Einzelnen im Raum. Die Pointen saßen, die Mimik war perfekt, und die Künstlerin schien beflügelt von der spürbaren Wertschätzung des Publikums. Sie schenkte ihrem Publikum einen unvergesslichen, persönlichen Abend – ein Beweis für die Stärke des intimen Formats und ihr außergewöhnliches Talent.
HGP